Kategorien
...erzählt

Geschichten meines Großvaters: Sklaverei

Großvater und ich machten eine Reise durch den Süden der Vereinigten Staaten. Dort führte er mich in die Whitney Plantation, das einzige Museum, welche sich mit der Ursünde der USA, der Sklaverei auseinandersetzt. Dort erfuhr ich, wie grausam die Sklaven gejagt und eingefangen wurden, wie viele Millionen beim Transoprt über den Atlantik ums Leben kamen, wie furchtbar sie von ihren Besitzern, die sich ‚Herren‘ nannten, behandelt wurden und ich erfuhr viel über jene heldenhaften Kämpfer gegen die Sklaverei, die den Weg für deren Abschaffung ebneten.
Besonders beeindruckte mich das Leben von Olaudah Equiano, einem ehemaligen Sklaven, der im 18. Jahrhundert weltweit das Gewissen der Menschen durch seine Aktivitäten und Bücher gegen die Sklaverei aufrüttelte. Gleichbedeutend daneben steht der Roman ‚Onkel Toms Hütte‘, dessen Autorin Harriet Beecher-Stowe vom amerikanischen Präsidenten Abrahm Lincoln, bei einem Empfang während des Bürgerkrieges mit den Worten geadelt wurde: „Das ist also die kleine Dame, die diesen großen Krieg begonnen hat.“
Dieser Erfolg des Humanismus begeisterte mich: „Das ist doch toll, Tausende von Jahren hat es überall auf der Welt Sklaverei gegeben aber in nur 150 Jahre wurde sie praktisch abzuschaffen. Wenn das gelungen ist, warum soll es dann nicht gelingen, auch den Krieg abzuschaffen?“
Lange schwieg Großvater, dann meinte er: „Ja, das wäre schön, aber die Frage ist, ob die Abschaffung der Sklaverei tatsächlich ein Sieg des Humanismus war. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei zeitlich zusammenfällt mit dem Siegeszug der Dampfmaschine. Vieles was vorher von Sklaven gemacht wurde, konnte nach und nach durch Dampfmaschinen ersetzt werden und diese machten dieselbe Arbeit schneller und zuverlässiger und damit billiger.“
Großvater machte eine Pause und meinte: „Man kann leider nicht ausschließen, dass die Sklavenbefreiung nur deshalb Erfolg hatte, weil die Sklavenhaltung zu teuer wurde.“

2 Antworten auf „Geschichten meines Großvaters: Sklaverei“

So, should we hope that war will also become so expensive that it will also disappear? As it is, war seems to be a very good way of making lots of money, individually, corporately, and nationally. And those who are thus enriched are rarely exposed, let alone shamed. However, those who made money from slavery are now being shamed. So, perhaps that gives us some strategic wisdom.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.