Kategorien
...erzählt

Herr K. und die Empörung

Ein wahres Erlebnis macht Herrn K. nachdenklich.

Heute fuhr Herr K. mit der S-Bahn. Es war nicht sehr voll. Am Botanischen Garten steigt ein leicht verwahrloster, aber freundlicher und sehr kommunikativer Gitarrenspieler in den Waggon. Er spielt ein Lied, sammelt ein wenig Geld ein und redet dabei mehr mit sich selbst, als mit den Fahrgästen. Ein Alleinunterhalter, freundlich, ein wenig aufdringlich, aber nicht unangenehm. Zwischen Herrn K. und ihm entwickelt sich ein kleiner Dialog ohne viel Sinn, aber so, dass alle drumherum es mitbekommen.

Gegenüber von Herrn K. sitzt eine gutaussehende Frau in den 30ern. Mitten in dem kleinen Dialog mit Herrn K. platziert sie, in Richtung des Musikanten, ein lautes, übles, verächtliches: „Fuck you“.

Der Gitarrenspieler reagiert überraschend souverän, vielleicht weil er mit Beschimpfungen vertraut ist, während sie ihre Bosheit durch Wiederholung bekräftigt. Ein junger Mann daneben schüttelt den Kopf.

Am Mexikoplatz verlässt der Musiker den Wagen. Am Endbahnhof steigen die Frau, der junge Mann und Herr K. aus. Da tippt der junge Mann der Frau auf die Schulter und sagt sehr freundlich aber laut vernehmbar: „Excuse me Madam …. fuck you!“

Herr K. musste lächeln, auch wenn zwei ältere Damen, die zufällig daneben stehen, sich über diesen unverschämten jungen Mann empören.

‚Sehr oft,‘ denkt Herr K. anschließend‚ ‚sind die Ereignisse nicht so, wie sie scheinen, besonders wenn sich Menschen empören.‘

Tragen Sie sich in meinen Mail Verteiler ein und Sie werden informiert, wenn ein neuer Beitrag erscheint

Eine Antwort auf „Herr K. und die Empörung“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.