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Der Zweifelteufel

Er ist ein ständiger Begleiter,
Für jeden, der mit Worten oder Noten kämpft.
Du sitzt still da und kommst nicht weiter,
Weil er dir an der Schulter hängt
Und flüstert: „Das ist Mist!
Was denkst Du, wer Du bist?
Du bist kein Goethe, Schiller oder Bach,
was Du da machst, das ist ganz, ganz flach.“
Du schlägst den Quälgeist,
willst ihn vertreiben,
Doch er will gerne länger bleiben.
Er plappert viel und lächelt dreist,
Du wünschst, er wäre bald verreist.
Doch er ist beharrlich, penetrant
Und irgendwann bist du ganz krank.
Voll Zweifel legst Du dich ins Bett
und denkst: ‚Er hat wohl recht.‘
Dann schläfst Du ein und wenn du erwachst,
Hat er sich davon gemacht.
Der Spuk ist fort, Du spürst Esprit,
Voll Tatendrang und Geist wie nie.
Es fliegen die Finger über die Seiten
es ist, als würd‘st den Stier Du reiten.
Du bist euphorisch, enthusiastisch,
Es gelingt dir alles ganz phantastisch,
Das Klopfen aber, das hörst du nicht,
Das Klopfen wird lauter, die Türe zerbricht.
Da ist er wieder, der kleine Wicht,
Er setzt sich zu Dir voll Zutraulichkeit
Und nimmt sich diesmal wirklich, wirklich viel Zeit.

Ein anderes Gedicht, nicht ganz so heiter: Der Sonnenuntergang