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Bemerkungen zum Krieg 3

Einige kurze und persönliche Gedanken zu Putins Krieg. Es sind Überlegungen, keine Gewissheiten, das gilt vorallem für meine Prognosen: „Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“ (Max Planck zugeschrieben)

Krieg und Ökonomie

Die getroffenen wirtschaftlichen Sanktionen sind für Rußland dramatisch.
Putin

  • ist dem kommunistischen Irrtum aufgesessen, dass die Wirtschaft die Politik des Westens uneingeschränkt steuere
  • hat nicht begriffen, dass die Ökonomie ein Schlachtfeld ist, dass er mit Panzern nicht in den Griff bekommen kann.

Ironie der Geschichte

Es scheint fast ein Gesetz der Geschichte zu sein, dass Parteien, die lange gegen eine Sache eintraten, in Regierungsverantwortung plötzlich genau das Gegenteil von dem durchsetzen (müssen), wogegen sie so lange waren.

  • 1990 CDU: letztendlicher Verzicht auf die Ostgebiete
  • 1998 Grüne: aktiver Kriegseinsatz in Ex-Jugoslavien
  • 2002 SPD: Hartz Reformen
  • 2011 CDU: Atomausstieg
  • 2011 CDU: Verzicht auf Wehrpflicht
  • 2022 Grüne/SPD: Erhöhung des Wehretats

Kriegsbeginn

Das Putin den Krieg beginnen musste, war klar. Wer 100 oder 150tausend Soldaten in Frontbereitschaft versetzt, braucht mindestens noch einmal so viele Soldaten, um die Logistik sicherzustellen. Insgesamt waren also mindestens 30% der russischen Armee (Personalstärke ca. 1 Mio. Mann) in den Aufmarsch involviert. Auch ein Alleinherrscher kann bei solchen Dimensionen keinen Rückzieher machen, ohne das Gesicht zu verlieren.

Merkwürdig

Diese Fernsehbilder von Putin und Macron bzw. Scholz sechs Meter auseinandersitzend, wirken surreal. Noch bizarrer waren die Bilder der inszenierten „Besprechung“ des russischen Sicherheitsrates. Ein abgehobener Alleinherrscher mit seinen Claqueuren, die alle weit entfernt sitzen, erinnern an die spanische Hofettikette des 18. Jahrhunderts. Putin wirkt entrückt.
Es wird erzählt, dass Merkel denkt, dieser Mann habe den Kontakt zur Realität verloren.
Wenn man diese Bilder sieht, kann man sich dieses Eindrucks nicht erwehren.

Scheitern

Putin will, wie Hitler, die Zeit zurückdrehen. Allein deshalb wird er scheitern. Hitler hat in völliger Selbstüberschätzung, seine Soldaten ohne Winterausrüstung nach Russland marschieren lassen. Putin lässt seine Soldaten ohne substanzielle wirtschaftliche Basis Rußlands in die Ukraine einmarschieren.
Er wird die Ukraine besiegen, das ist sicher.
Und dann?
Das weit größere Problem ist es, Frieden herzustellen. Da wird Putin scheitern. Wir haben es in Afghanistan und im Irak gesehen.

Die Zukunft Rußlands

Dieser Krieg scheint die wiedererstarke Macht Rußland zu symbolisieren. Merkwürdigerweise fällt mir in diesem Zusammenhang nur das berühmte Brecht Zitat ein:

„Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.“

Den kalten Krieg hat Rußland verloren, vor allem wegen seiner wirtschaftlichen Schwäche. Diesen Krieg wird es längerfristig auch verlieren, wegen seiner wirtschaftlichen Schwäche.

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2 Antworten auf „Bemerkungen zum Krieg 3“

Lieber Peter,
du spríchst mir mit deinen Einschätzungen aus der Seele. Die Realität von Putin ist auf jeden Fall eine andere, als die für (fast) den Rest der Welt.
Größenwahnsinnig, ohne Empathie, manipulativ, verantwortungslos und risikobereit, das zusammen ist absolut unberechenbar – ein Psychpath.
Ich hoffe das dein letzter Satz wahr wird.

LG Dorothea

Dear Peter, Everything you write is true and insightful. Especially now as things have developed further. Here, many call Putin „Mad Vlad“ with the habitual British knack for language and humour. But the situation is not at all humorous, as we all know. And anyone who observed what he did in Syria knows he is oblivious to hundreds of thousands dying and millions made refugees. Let’s hope things do not escalate, that economic sanctions can (Swiftly) be effective, and that the EU will devise solutions. I think the German Foreign Minister is a brilliant young woman. Let us hope that she proves up to the task.

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