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Sommerlicher Wurstsalat

Angesichts der Hitze eines meiner Lieblingsgerichte für die heißen Tage. Die Zubereitung ist einfach und schnell gemacht, aber nichts für Vegetarier.

Zutaten für 2 Personen:
1/2 Bund Radieschen
1 Zwiebel
300gr. Lyoner (in zwei Millimeter dicke Scheiben schneiden lassen)
150gr. Greyerzer (in zwei bis drei Milimeter dicke Scheiben schneiden lassen)
200gr. Gewürzgurken
Für das Dressing
60 ml Gurkenwasser (aus dem Glas mit den Gewürzgurken
30ml Hühnerfond
3 EL Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer, ggf. Zucker und einen Schuss Essig nach Geschmack

Zubereitung:
Alle Zutaten in 2 – 3 cm lange und 2 – 3 Milimeter dicke Streifen schneiden. Wer das viel Arbeit findet, sollte sich bei Youtube mal ein oder zwei Videos zu Schnittechniken anschauen (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=KCA4llvf92E oder https://www.youtube.com/watch?v=RVkVrHvo2Qc) . Wenn man es richtig macht, geht das ganz fix.

Jetzt nur noch das Dressing zusammenrühren, abschmecken und über die Zutaten gießen. Zirka eine Stunde ziehen lassen.

Selbst Salatfeinde essen diesen Salat gerne! Ehrlich.

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Der Armlehnenkämpfer

Kennen Sie Armlehnenkämpfer? Sie begegnen ihnen meistens in Flugzeugen. Manchmal in Zügen, da aber eher selten. Der Armlehnenkämpfer fliegt Economieclass. Vom eigenen Gefühl her, müsste er aber in der Businessclass sitzen. Vermutlich ist das sein Hauptproblem. Er – in den allermeisten Fällen ist der Armlehnenkämpfer männlich – ist ein Mann in den besten Jahren. Der junge, männliche Flugreisende glaubt, er schafft es noch bis in die Businessclass und kämpft deswegen noch nicht um die Armlehne. Der Alte hat es nicht dorthin geschafft, aber seinen Frieden damit geschlossen.

Natürlich gibt es Ausnahmen.

Die Armlehnenkämpferspezies ist nicht allzu verbreitet. Leider gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Zahl der Armlehnenkämpfer, aber nach nicht repräsentativen Befragungen trifft es auf ungefähr bei 2 – 4 Prozent der Flugreisenden zu. Mit anderen Worten: man trifft ihn nicht oft, aber wenn man auf ihn trifft, dann hat man ein Problem.

Der Armlehnenkämpfer erhebt – gleichgültig ob er am Fenster, in der Mitte oder am Gang sitzt Anspruch auf die Armlehne oder auf beide, je nachdem. Nicht ein bisschen Armlehne, nicht abwechselnd, nicht gelegentlich. Er ist Herrscher der Armlehne. Daran lässt er – schon beim Hinsetzen – keinen Zweifel aufkommen.

Natürlich hat er keine extra Option bei der Internetbuchung angeklickt: „Armlehnenanspruch – verschaffen Sie sich mehr Komfort auch in der Holzklasse für nur 6 Euro pro Armlehne, beim Mittelplatz 10 Euro für beide Lehnen.“ Darauf sind die Fluglinien noch nicht gekommen, sollten die aber mal drüber nachdenken. Somit hat der Armlehnenkämpfer kein Papier mit dem er seinen Anspruch auf Armlehnen rechtfertigen oder einklagen könnte. Darum ist er kein Armlehnenanspruchsbesitzer, sondern ein Kämpfer.

Und wie er kämpft! Haben Sie es beispielsweise geschafft, in einem Moment seiner Unachtsamkeit, Ihren Arm auf der Lehne abzulegen, dann kehrt sein Arm zurück und bedrängt Sie, drückt, macht sich breit. Dabei beherrscht er ganz hervorragend die Kunst, nicht offen aggressiv aufzutreten. Er schiebt Ihren Arm nicht wie ein leeres Glas einfach beiseite, sondern er übt Druck aus, permanent, es ist unangenehm und spürbar aggressiv. Aber es ist nicht beweisbar. Sie  – das Opfer – können ihn also nicht laut anklagen, nach der Devise: „Was fällt Ihnen eigentlich ein, mich hier von der Armlehne zu schubsen!“. Sie haben nur die Wahl: Kämpfen oder Kapitulieren! Beides ist gleichermaßen unangenehm.

Ich empfehle Ihnen: Kapitulieren Sie, es sei denn Sie sind Armlehnenkämpfer!

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Herr K. und die Empörung

Heute fuhr Herr K. mit der S-Bahn. Es war nicht sehr voll. Am Botanischen Garten steigt ein leicht verwahrloster, aber freundlicher und sehr kommunikativer Gitarrenspieler in den Waggon. Er spielt ein Lied, sammelt ein wenig Geld ein und redet dabei mehr mit sich selbst, als mit den Fahrgästen. Ein Alleinunterhalter, freundlich, ein wenig aufdringlich, aber nicht unangenehm. Zwischen Herrn K. und ihm entwickelt sich ein kleiner Dialog ohne viel Sinn, aber so, dass alle drumherum es mitbekommen.

Gegenüber von Herrn K. sitzt eine gutaussehende Frau in den 30ern. Mitten in dem kleinen Dialog mit Herrn K. platziert sie, in Richtung des Musikanten, ein lautes, übles, verächtliches: „Fuck you“.

Der Gitarrenspieler reagiert überraschend souverän, vielleicht weil er mit Beschimpfungen vertraut ist, während sie ihre Bosheit durch Wiederholung bekräftigt. Ein junger Mann daneben schüttelt den Kopf.

Am Mexikoplatz verlässt der Musiker den Wagen. Am Endbahnhof steigen die Frau, der junge Mann und Herr K. aus. Da tippt der junge Mann der Frau auf die Schulter und sagt sehr freundlich aber laut vernehmbar: „Excuse me Madam …. fuck you!“

Herr K. musste lächeln, auch wenn zwei ältere Damen, die zufällig daneben stehen, sich über diesen unverschämten jungen Mann empören.

‚Sehr oft,‘ denkt Herr K. anschließend‚ ‚sind die Ereignisse nicht so, wie sie scheinen, besonders wenn sich Menschen empören.‘

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Spargellasagne

Mal was anderes mit der Deutschen liebstem Gemüse und ausgesprochen preiswert, wenn man es richtig anstellt. Auf dem Markt gibt es manchmal Händler die verkaufen Bruchspargel. Bei meinem Händler kostet das Kilo 3€, dazu zwei Lagen Schinken, drei Lagen Nudeln und eine leckere Bechamel Sauce aus den Spargelschalen. Zusammen kostet es ca. 10 – 12 € für 6 Personen.

Zutaten (für 6 Personen):
1 kg Bruchspargel geschält, (die Schalen aufbewahren)
4 – 6 Scheiben rohen oder gekochten Schinken
1/2 Packung Lasagnenudeln
1/2 l Milch
75gr. Butter
etwas Mehl, Salz, Zucker, Muskat, weißer Pfeffer
Parmesan

Zubereitung
Zuerst die Spargelschalen in Salzwasser ca. 15 Min auskochen. Das Spargelwasser durch ein Sieb geben und auffangen.
Inzwischen die Auflaufform vorbereiten.
Eine Lage Nudeln, eine Lage Schinken, eine Lage Nudeln, dann eine Lage rohen Spargel, darauf den Schinken und zum Abschluss wieder Nudeln.

Jetzt die Bechamel zubereiten, ich brauche ca. 1,5 Liter und mische dazu einen Liter Spargelwasser mit einem halben Liter Milch.
Die Butter im Topf zerlassen (Trick: warten bis sie etwas dunkler wird und etwas nussig riecht), erst dann das Mehl einrühren. Nun mit der Flüssigkeit nach und nach Ablöschen und immer wieder aufkochen. Zum Schluss mit den Gewürzen kräftig abschmecken und zwei – drei Minuten köcheln lassen.

Nun nur noch die Soße in die Auflaufform gießen, etwas Käse darüber reiben und ab in den 200° vorgeheizten Backofen. Nach 20 – 25 Minuten ist die Lasagne fertig.
Guten Appetit
Euer Peter K.

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Bemerkungen zum Krieg 4

4.5.2022

Offene Briefe und Wendehälse

Der offene Brief von Edgar Selge, Alice Schwarzer, Lars Eidinger und anderen hat in den letzten Tagen für viel Empörung gesorgt. Grundsätzlich ist Empörung ein schlechter Ratgeber, denn meistens haben sich die Empörten nicht mit der Sache beschäftigt, sondern empören sich auf Grundlage einer Schlagzeile. Die wird nur halb gelesen und schon schwillt der Adrenalikamm.

Dieser offene Brief hat nichts Empörenswertes, sondern offenbart ein gehöriges Maß an Hilflosigkeit und – ich muss es leider sagen – Naivität. Bei Einigen, obwohl prominent, sind in den nachträglichen Erläuterungen zudem deutliche Spuren von Dummheit und mangelnder Menschenkenntnis zu erkennen. Das muss niemanden überraschen, denn jeder von uns ist schließlich manchmal dumm.

Wenn man sich schon empören will, dann ist etwas anderes viel empörenswerter. Ich meine damit die moralinsauren Pazifisten, wie beispielsweise unseren verehrten Hofreiter Anton sowie diverse Journalisten und Talkshowköniginnen, die lange Zeit ihren Pazifistismus mit dem Inbrunst der Überzeugung vor sich hertrugen, wie ein katholischer Priester die Monstranz. Kaum hat der Krieg begonnen, halten sie es mit Konrad Adenauer, zucken die Schultern und sagen: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“

Zweifel scheinen diesen Meinungsführern nicht zu kommen. Sie wissen schließlich immer was richtig und was falsch ist.

Offen gestanden, sind mir da Alice Schwarzer und Co. doch lieber.

Erfolgsmeldungen und Kriegsverlauf

Bei der Lektüre der Deutschen und internationalen Presse kann man immer weider von den Erfolgen der Ukraine lesen. Kiew wurde erfolgreich verteidigt, ein Schiff wurde versenkt, die Moral der Russen ist schlecht und sie kommen nur langsam voran.

Das freut sicher nicht nur mich. Wer wünscht nicht den heldenhaften kämpfenden Ukrainern den Erfolg?

Aber ist hier vielleicht mehr der Wunsch der Vater des westlichen Gedankens? Ist es realistisch?

Wir neigen dazu, mehr die Dinge wahrzunehmen, die unsere Meinung und unsere Hoffnungen bestätigen und die Berichterstatter aus dem Kriegsgebiet sind nicht frei davon.

Denn wenn ich den Blick auf die Landkarte werfe, kommen mir Zweifel an diesem Optimismus. Große Gebiete der Ukraine sind bereits von den Russen erobert. Odessa ist unmittelbar bedroht und wenn die Ukraine vom Meer abgeschnitten ist, dann wird es sehr schwer für sie.

Ich bin wahrlich kein Militärexperte, aber der Blick auf die Landkarte sagt mir nichts Gutes.

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Die seltsamsten Menschen der Welt

Liebe Leserschaft,
normalerweise möchte ich natürlich, dass Ihr meinen Blog lest, aber dieses Mal möchte allen das Buch von Joseph Henrich: Die seltsamsten Menschen der Welt ans Herz legen. Es handelt sich um ein wissenschaftliches Buch über die kulturelle Evolution des Abendlandes.

Ich halte das Buch für eine der wichtigsten wissenschaftlichen Publikationen die ich kenne und würde es, auch wenn es vielleicht etwas vermessen ist, in eine Reihe stellen mit Darwins: Entstehung der Arten oder Kopernikus: De revolutionibus orbium coelestium. Das Faszinierendste dieses Buches ist, dass Henrich eine unglaubliche Menge an Daten, Statistiken, Erkenntnissen und Experimenten aller Humanwissenschaften (Soziologie, Psychologie, Volkswirtschaft, Anthropologie, sogar Medizin) zusammenträgt und in ein Gesamtkonzept zur Entwicklung von Gesellschaften überführt. Dabei geht er wissenschaftlich exakt vor und hat gleichzeitig einen lässigen und angenehmen Schreibstil (wie es nur die Amerikaner können).

Das Buch ist dick (mit 300 Seiten Apparat) und auch nicht ganz einfach. Allerdings kann man viele Stellen kursorisch lesen, weil diese in erster Linie dazu dienen, gegenüber der Wissenschaftgemeinde Methodik und Seriosität darzulegen.

Die Ideen sind ausgesprochen anregend, auch wenn ich vermute, dass Henrich an einigen Stellen über das Ziel hinausgeschossen ist, aber das betont er selber auch immer wieder.

Kleiner Tipp: Notiert Euch verwendete Abkürzungen oder Fachbegriffe, das hilft beim Lesen.

Wer es gelesen hat, mit dem würde ich sehr gerne in Austausch treten, entweder hier oder per Mail oder persönlich bei einem meiner Berliner Tafegespräche.

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Ravenna

Auf den ersten Blick ist Ravenna enttäuschend. Diese Stadt, die den Übergang zwischen römischen Reich und dem frühen Mittelalter markiert, liegt in flacher unspektakulärer Landschaft und wirkt ein wenig langweilig. Früher lag die Stadt am Meer, besaß den zweitgrößten Militärhafen des römischen Reiches und war, ähnlich wie Venedig, eine Lagunenstadt. Das war auch der Grund weshalb sich die spätrömischen Kaiser hierhin zurückzogen. Die Stadt galt als uneinnehmbar. Heute gibt es keine Lagune mehr, das Meer ist 12 Kilometer entfernt.

Von den 70 Jahren als römische Kaiserstadt zeugen die frühchristliche Kirchen aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Von außen sind es schlichte Backsteinbauten, die meisten unverblendet, dadurch schlicht und grob wirkend. Aber die Schönheit dieser Kirchen soll, so verspricht es der Reiseführer, im Inneren liegen. Der erste Besuch gilt San Appolinaire nuovo, eine Kirche, die ganz in der Nähe unseres Hotels liegt. Beim Betreten des Innenraums sind wir enttäuscht. Ja, es ist unverkennbar romanische Architektur, ja es gibt schöne Mosaike, aber der angebaute barocke Chor zerstört den Gesamteindruck.

Allerdings zeigen die Mosaike die Kirche noch etwas von der Leichtigkeit römischer Mosaike, wie wir sie in der Villa Romana del Casale auf Sizilien entdeckt hatten. Dort sahen wir Mosaike von der Leichtigkeit des Seins, tanzende junge Frauen im Bikini (wirklich!), Tische voller Schalen mit Obst oder heitere Jagdszenen. Alles Darstellungen, die das Leben feiern. Hier in Sant‘Appolinaire nuovo sind die Mosaike zwar immer noch hell, aber es fehlt ihnen die Leichtigkeit. Sie sind streng. Heilige und Apostel sind gradlinig aufgereiht, wie auf einem Exerzierplatz. Der Glaube an den bald bevorstehenden Weltuntergang und das Jüngste Gericht macht sich bemerkbar. Zwar wartete man schon mehrere Jahrhunderte darauf, aber es war immer noch nicht geschehen, so hatte das Christentum Zeit, seine Spuren zu hinterlassen.

Das dieses Christentum nicht viel mit dem zu tun hatte, was wir heute Christentum nennen, versteht sich von selbst, außer dass natürlich dieselben Geschichten erzählt werden. Aber es war noch nicht entschieden, ob das Thomas- oder das Johannesevangelium in die Bibel aufgenommen werden sollte und noch war Jesus kein Gott, aber die Kämpfe um den richtigen Glauben und die Macht tobten längst mit gnadenloser Härte.

Vielleicht erkennen wir das, als wir in das Mausoleum der Galla Placida und die Kirche San Vitale eintreten, denn hier sieht die Welt schon ganz anders aus. Dunkel und goldschimmernd zugleich sind die Räume. Nur noch Religion, Gott, Jesus, Apostel, Heilige. Keinerlei Leichtigkeit mehr. Keine Feier des Lebens mehr. Nur noch Tod und Demut und Trauer und Dunkelheit.

Erst im Baptisterium der Kathedrale flackert die Freude des Lebens noch einmal auf. In der Kuppel zeigt ein großes Mosaik die Taufe Jesu. Ein fröhliches Bild. Jesus steht nackt im Wasser des Jordan, umgeben von einer freundlichen Landschaft. Johannes steht neben ihm.

Hier ist Hoffnung zu sehen, aber etwas weiter unten, an den Wänden der Kapelle, kehrt schon der heilige Ernst zurück.

Überraschend auch der Besuch von Sant’Appolinaire in Classe, etwas außerhalb des Ortes. Hier zeigt die Apsis das Bild eines Gartens mit Zypressen und Zedern, Pinen- und Olivenbäumen, Sträuchern und Dattelpalmen voll mit Früchten. Vögel fliegen in diesem Garten und friedlich grasen Lämmer auf der Wiese, alles wird bewacht vom Heiligen Apollinare. Es scheint fast als hätte sich die Lebensfreude hier noch einmal aufgebäumt, bevor sie für fast 500 Jahre verschwand, bis die Gotik wieder Freude und Helligkeit in die Kirchen brachte.

In dieser Zeit, der Spätantike veränderte sich die Welt fast so wie heute: Klimaabkühlung führte zu Hungersnöten, Epidemien töteten Millionen Menschen, dem langsamen Zusammenbruch eines Weltreiches konnte man zusehen und neue Mächte rangen um Macht und Einfluss.

Die Ereignisse von damals waren für die Menschen jener Zeit eindeutige Zeichen des nahenden Weltuntergang und Vorboten des Jüngsten Gerichts. Ihre Sünden, da waren sie sich sicher, waren die Ursache für all das. Deshalb bauten sie Kirchen und beteten und aus Angst vor Fegefeuer und Höllenqualen bemühten sie sich, bessere Menschen zu werden, züchtig und bescheiden zu leben, den Armen zu geben und den Geboten des Herrn zu folgen.

Waren sie erfolgreich?

In der Logik jener Zeit müssen sie es gewesen sein, denn der befürchtete Weltuntergang blieb aus.

Werden wir auch erfolgreich sein?

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Bemerkungen zum Krieg 3

19.4.2022
Lügen
Bismarck hat einmal gesagt: „Es wird selten so viel gelogen, wie vor Wahlen, während des Krieges und nach der Jagd.“

Rußland lügt so sehr, dass sich die Balken biegen. Ohne Frage. Aber auch die Ukraine lügt. Die Ukrainie muss lügen. Natürlich. Gezielt gestreute Informationen gehören zur Kriegsführung. Damit sind nicht die ukrainischen Aussagen über Massaker und Kriegsverbrechen der Russen gemeint, aber vielleicht die permanente Forderung der Ukrainer nach schweren Waffen, weil damit dem Gegner vorgetäuscht werden soll, dass man nur wenige habe. Damit kann man ihn u.U. in eine Falle locken. Krieg ist immer auch ein Krieg der Informationen. Seien wir vorsichtig: nur weil die Ukraine das Opfer eines böswilligen, widerwärtigen Angriffskrieges ist, ist sie nicht über jeden Verdacht erhaben.
Womit wir beim zweiten Punkt wären.

Sauberer Krieg
Einen sauberen Krieg gibt es nicht. Krieg bringt die schlechtesten und die besten Seiten im Menschen hervor. Wer das nicht glaubt, lese einmal das Buch der italienischen Journalistin Orianna Fallaci : „Wir: Engel und Bestien“ über den Vietnamkrieg. Es ist das ehrlichste Antikriegsbuch, dass ich kenne.
Im Krieg wird der Mensch zur Bestie und deshalb werden wir nach diesem Krieg viele Berichte über die Verbrechen beider Seiten zu lesen bekommen.

So oder so, Krieg ist schmutzig und es gibt keine einfachen Lösungen. Ein Gaslieferstopp wird diesen Krieg weder heute noch morgen beenden. Schwere Waffen werden der Ukraine helfen, aber ob es klug ist, öffentlich zu verkünden wann was wohin geliefert wird?
Was wirklich geschieht, werden wir erst in ein paar Jahren erfahren.

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Herr K. und seine Gewissensnöte

„Vor 40 Jahren haben Sie den Kriegsdienst verweigert, mit der Begründung, dass es sie in zu große Gewissensqualen stürzen würde, wenn sie einen Menschen töten müssten. Daran, so sagten Sie, würden Sie zerbrechen.“
„Ja“, antwortete Herr K.
„Und heute?“
„Heute zerbreche ich an der Erkenntnis, dass das Schlimmste manchmal nur mit Gewalt und Krieg verhindert werden kann.“

„Würde es Sie in einem solchen Fall immer noch in Gewissensqualen stürzen, einen Menschen zu töten?“
„Ja“, sagte Herr K., „aber ich hätte die Hoffnung, damit das Schlimmste zu verhindern.“

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Vegetarische Bratlinge

Vorgestern wurde ich darauf angesprochen, dass ich seit Langem kein Rezept mehr gepostet habe, nun, dann will ich dem Wunsch nachkommen:

Diese vegetarischen Bratlinge, sind die besten, die ich kenne (und ich habe schon viel verschiedene ausprobiert).

Zutaten: (8 Portionen)
350g Grünkernschrot (Wichtig, kein anderes Schrot verwenden!)
80g Zwiebeln möglichst klein geschnitten
1 1/4 Liter Gemüsebrühe
1 – 2 Eier (nur drei Eigelb ist besser, aber was tun mit dem Eiweiß?)
100 g Magerquark
100 g fein geriebenen Greyerzer (oder Parmesan)
50 g Paniermehl
1 Bund feingeackte Petersilie (oder Schnittlauch oder ….je nach gusto)
Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer, Olivenöl

Für die Panade in einem Teller mischen:
50g fein geriebenen Greyerzer (oder Parmesan)
50 g. Paniermehl

Zubereitung

Die Zwiebeln mit ordentlich Olivenöl glasig dünsten. Dann den Grünkernschrot beifügen und mitdünsten, dabei immer rühren.
Die Gemüsebrühe beifügen, ebenso das Lorbeerblatt sowie Salz und Pfeffer. Deckel drauf, aufkochen und dann bei 180° im Backofen ca. 30 Minuten ziehen lassen. Am Schluss sollte die Flüssigkeit vollständig aufgesogen sein.
Topf aus dem Backofen nehmen, Ei(gelb), Quark, Petersilie und Paniermehl untermischen und noch einmal abschmecken.
Die Masse etwas abkühlen lassen und dann Bratlinge von ca. 60 g formen.
Jetzt die Bratlinge in der Panade wälzen und etwas andrücken.
Zum Schluss die Bratlinge in einer Pfanne mit reichlich Olivenöln goldgelb braten.

Ganz köstlich! Viel Spaß und guten Appetit wünscht Euch Peter K.